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Digitalisierung von Tonbändern und
Musikkassetten • technische Hintergründe
ARTCLASSIC bietet diese Leistung vorrangig für Privatkunden und frühere
Tonamateure an, die
wichtige bzw. erhaltenswerte Tonbänder oder Musikkassetten besitzen und
selbst keine Möglichkeit
haben, die Bänder noch abzuspielen und/oder selbst zu digitalisieren, oder
für welche die Anschaffung
hochqualitativer Hard -und Software nur zu diesem Zweck nicht rentiert.
Tonbänder werden ähnlich
Schallplatten beim Abspielen durch Reibung nach und nach verschlissen. Im
Gegensatz zu Schallplatten
finden bei Bändern auch bei Lagerung chemische Alterungsprozesse und eine
langsame Demagnetisierung
sowie auch unerwünschte Magnetisierungen (hörbar als Vorechos) statt, die
Lebensdauer ist
beschränkt. Durch die Uebertragung auf digitale Medien kann der Inhalt
noch lange erhalten bleiben.
Alterung
Eine allgemeingültige Aussage über die Lebensdauer von Analogbändern ist
nicht möglich, da x
verschiedene Bandsorten mit etwas unterschiedlicher chemischer
Zusammensetzung auf dem Markt
waren und überdies auch die Lagerbedingungen in Privathaushalten völlig
verschieden sind. Auf die
chemischen Abläufe bei Bandalterung kann hier nicht im Detail eingegangen
werden, das Hauptproblem
ist die allmähliche Resorption der Gleitsubstanzen der abspielseitigen
Bandoberfläche durch die Trägerschicht,
was dazu führt, dass die Reibung beim Abspielen dramatisch zunimmt, sich
somit klebrige
Ablagerungen an den Berührungspunkten der Bandbahn bilden und den
Verschleiss exponentiell erhöhen.
Im Endstadium sind auch professionelle Maschinen nicht mehr in der Lage,
die Bänder ‘durchzuziehen’.
Die chemische Zusammensetzung von Tonbändern wurde ab ca. 1980 geändert,
bis dato verwendete
gesundheitsschädliche Ingredienzien wurden durch andere Substanzen
ersetzt. Paradoxerweise laufen
jedoch Bänder, die vor 1980 hergestellt wurden vielfach problemloser. Als
Grenzalter für Tonbänder
unter normalen Lagerbedingungen im Haushalt sollte man von
durchschnittlich 30 Jahren ausgehen. Bei
Bändern die häufig abgespielt wurden, reduziert sich diese Lebenserwartung
etwas, diese Bänder
zeigen deutliche Abriebverluste, was sich in einem Nachlassen der hohen
Frequenzbereiche und Drop-
Outs bei der Wiedergabe äussert.
Wärmebehandlung
Bänder, die mechanisch nicht mehr laufen, werden bei ARTCLASSIC in einem
speziellen Ofen für eine
bestimmte Dauer bei konstanter Temperatur erwärmt. Daduch treten
eingesogene Gleitsubstanzen
wieder an die Oberfläche und das Band kann nochmals abgespielt werden. Der
Ofen verursacht keine
Magnetfelder und verfügt über einen Thermostaten, der ganze Vorgang
erfolgt nur mit grösster Vorsicht.
Abspielen
Im Gegensatz zur Praxis in Rundfunkanstalten gab es im Heim -und
Amateursektor keine bindenden
Tonaufnahmestandards. So weisen private Analogaufnahmen entweder NAB oder
IEC-Entzerrung,
unterschiedliche Bandgeschwindigkeiten, diverse Kopf -bzw. Spurformate,
Dolby B oder keine
Rauschunterdrückung sowie einen relativ unterschiedlichen
Aussteuerungsgrad auf. ARTCLASSIC
bedient sich daher in vielen Fällen einer STUDER A810 mit entsprechenden
Optionen. Die Qualitäten der
A
810 sind einschlägig bekannt, sie wurde über viele Jahre beim Rundfunk und
in einer Spezialausführung
auch zum Vinyl-Mastering eingesetzt und dient noch heute in Tonstudios zum
analogen
Aufnehmen und Mastern. Als Alternative bietet ARTCLASSIC das Abspielen auf
originalen Consumer-
Bandmaschinen von Revox oder Teac an, da die Meinung, Bänder seien auf den
gleichen Gerätetypen
abzuspielen auf denen sie aufgenommen wurden, durchaus berechtigt ist,
sofern man genau den Klang
wünscht, den diese Geräte produziert haben. Die Abspielgeräte werden
regelmässig gewartet und auf
Top-Zustand gehalten. Natürlich sind von der Norm abweichende
Tonkopfeinstellungen -und Abnutzungen
von Kundengeräten nicht reproduzierbar, zur Kompensation stehen jedoch auf
digitaler Ebene gewisse
Bearbeitungsmöglichkeiten zur Verfügung s.u..
Wandlung
im entsprechenden Abschnitt unter der Rubrik
“High-End-Schallplattenrestaurationen” ist das
Wesentliche darüber zu lesen, es gilt gleichermassen auch für die
A/D-Wandlung von Tonbandsignalen.
Klickstörungen spielen bei Bandaufnahmen eine geringere Rolle. Die
Einbindung der HiFi-Bandgeräte mit
asymmetrischem Ausgang und -10dB Nominalausgangspegel in die
Studioumgebung erfolgt mit
besonders kurzer und hochwertiger Leitungsführung sowie unmittelbar
nachfolgender Symmetrierung
und Pegelanpassung, so dass Störeinstreuungen vermieden werden können.
Eine optimale Ausnutzung
der Datenwortbreite stellt bei Bandübertragungen im Unterschied zu
Schallplattendigitalisierungen, wo
die Originale im Pegel zumeist ähnlich sind, das grössere Problem dar,
denn diese ist für die Qualität
der CD-Wiedergabe von Einfluss, ohne dass dabei digitale Uebersteuerungen
vorkommen dürfen.
ARTCLASSIC widmet diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit. Da alte Bänder
nicht beliebig oft
versuchsweise abgespielt werden können und überdies Privataufnahmen in der
Regel keine Messtöne
beinhalten, ist die zusätzliche Anlieferung eines, vergleichsweise weniger
wichtigen, ähnlichen
‘Referenzbandes’ in jedem Falle von Vorteil.
Noise Reduction
Da eine Unterscheidung von mehr oder weniger regulären
Nutzsignalinformationen und irregulärem
Rauschen auf der Basis entsprechender Algorithmen aufgrund der spektralen
Zusammensetzung bzw.
der Struktur der Geräuschanteile des Nutzsignals nicht möglich ist , gibt
es eine völlig verlustfreie
Entrauschungsmethode auch auf digitaler Ebene nicht. Oft zeigt sich je
nach Programm-Material dann
eine leichte Verdumpfung vor allem leiser Passagen bei gleichzeitiger
Verhärtung der forte und
fortissimo Abschnitte. Darüber hinaus arbeiten nur wenige Tools
vollständig artefaktfrei, ARTCLASSIC
verwendet je nach Aufgabenstellung SonicSolutions, CEDAR sowie
Algorithmix; andere, getestete
Denoiser verursachen bei stärkerer Korrektur des Rauschens mehr oder
weniger störende Artefakte,
die akustisch am treffendsten mit einer Art ständigem Hintergrund-flüstern
zu beschreiben sind*. Als
Erfinder digitalen Denoisings realisiert SonicSolutions die Entrauschung
so, dass zunächst das
Spektrum des Rauschens analysiert wird, im weiteren wird dann das
Audiospektrum in 2000 Bänder
unterteilt und je nach Vorhandensein von Nutzmodulation und Rauschen unter
Auswertung des Noise-
Estimates in jedem Band expandiert bzw. der Rauschanteil unterdrückt. Die
Teilspektren werden
schliesslich wieder zu einem komplexen Audiosignal zusammengesetzt, wobei
der ganze Prozess noch
übergeordneten Steuerungsmöglichkeiten unterliegt. Gut ausgesteuerte
Bänder mit leisem
Grundrauschen empfiehlt ARTCLASSIC jedoch grundsätzlich nicht zur
Bearbeitung. Erreicht das
Rauschen einen gewissen Grad, so stellt das Denoising eine sinnvolle
Option dar, wobei am Schluss noch
ein A/B-Frequenzgangvergleich und eine entsprechende Kompensation
ausgeführt werden. Es entspricht
der grundlegenden Auffassung von ARTCLASSIC, das Rauschen nur soweit zu
reduzieren, bis es nicht
mehr störend in Erscheinung tritt - das Denoising ist eine
Kompromisslösung. Optional.
Denoise Editing
Diese Methode rentiert aufgrund ihres Aufwandes nur für kommerzielle
Nutzungen. Dabei wird das
Programm-Material je nach Lautstärke mit unterschiedlichen Parametern
abschnittsweise entrauscht
und die bearbeiteten Segmente werden unmerklich ineinander gefadet. Zudem
werden durch die
Entrauschung entstehende Raumklang-Verluste mittels elektronischem Hall
substituiert. Optional.
Editing
ARTCLASSIC justiert Aufnahmeanfänge und Enden, wenn möglich und notwendig.
Unerwünschtes wird
herausgeschnitten. Optional.
Uebersteuerte
Analogbänder
ARTCLASSIC entfernt analoge Uebersteuerungen mittels Declick und Decrackle
Tools, sofern die
Verzerrungen nur in einem parziell hochfrequenten Geräuschanteil bestehen.
Wird die Verzerrung
bereits im Spektrum omnipräsent empfunden, so besteht noch die Möglichkeit
eines phasenstarren
Frequenzbandsplittings, wobei das volle Potential der Decrackler dann
jeweils nur einen Teil des
Spektrums mit differenzierten Parametern bearbeitet, am Schluss wird das
Audiosignal aus den
bearbeiteten Frequenzbändern wieder zusammengemischt. Diese von ARTCLASSIC
praktizierte Methode
bringt gute Resultate, sie ist jedoch nicht ganz klangneutral, so dass sie
auch nur für das Denoise
Editing von ansonsten unbrauchbaren Passagen in Frage kommt. Darüber
hinaus bieten verwendete
Spektral-Cleaner die Möglichkeit tieffrequente, mit der Uebersteuerung
oder auch sonstigen High-Level
Transienten oft einhergehende Thumps oder Thunks zu beseitigen.
Erfahrungsgemäss kann ARTCLASSIC
somit eine Vielzahl von Uebersteuerungen entfernen. Wenig Hoffnung
besteht, wenn auf langen
überteuerten Tönen Mitschwingungen oder eine Art Klirren wahrgenommen
werden, diese Effekte sind
unkorrigierbar. Die Entfernung von Uebersteuerungen erfolgt deshalb ohne
Garantie. Optional.
Drop-Outs
Die diskontinuierliche Wiedergabe von Bändern entsteht durch
Beschichtungsfehler oder Berührungen
der signaltragenden Beschichtung mit den Fingern, fehlerhaften Schnitt
sowie einschlägig bekannten
Bandsalat. Die Behandlung dieser äusserst störenden Erscheinung geschieht
durch InterpolationsAlgorithmen,
die gezielt additiv eingesetzt werden und in der Lage sind, auch das
Bandrauschen zu
substituieren. Der Erfolg ist vom Programm-Material abhängig; liegen in
der Kontextweite
signifikante, impulsive Schallereignisse, ist die Entfernung des Drop-Outs
wenig aussichtsreich. Eine
Garantie besteht deshalb nicht. Optional
Phasen -und
Pegelkorrekturen
Störende Phasendifferenzen zwischen linken und rechtem Kanal werden durch
Delaykompensation bzw.
einen Stereo Imager ausgemerzt, ständige fehlerhafte Balance zwischen
links und rechts wird in
diesem Arbeitsgang mit behoben. Optional.
Musikkassetten
Vorstehendes gilt mehrheitlich auch für Musikkassetten. Klebeeffekte und
Wärmebehandlung wurden
jedoch nie beobachtet bzw. notwendig. Aufgrund der oftmals etwas flauen
Wiedergabe von MC’s erfolgt
die Ueberspielung über einen APHEX Aural-Exiter, der die Präsenz
verbessert.
Requantising und Liefermedium. Mehr dazu ist unter der Rubrik “High-End
Schallplattenüberspielungen” nachzulesen.
Equipment
STUDER A 810 - Mastermaschine, alle Optionen inkl. Dolby A/SR
REVOX C 270, weitere REVOX und TEAC-Bandmaschinen in allen
Geschwindigkeiten, Kopfformaten etc.
STUDER A 721 - Tape Deck, Dolby B/C
VALLEY - Level Matching Interface, Symmetrierer
APHEX AURAL EXITER TYPE III
RME-Fireface 800, Focusrite ISA 828 - A/D Wandler 192 khz/24 Bit
Plattformen
Sequoia, Pyramix, SonicSolutions HD
Software
Algorithmix Renovator, Sequoia Spectral-Cleaner, CEDAR Retouch, DeHiss,
SonicSolutions NoNoise, t.c. electronic
Assimilator, Waves S1 Stero Imager/Shuffler
Preise
Tonbandüberspielung für Privatkunden
einfache Ueberspielung: sFr. 1.-/min. Spieldauer inkl CD’s und backup
DVD’s
Optionen nach Vereinbarung, Maximum sFr. 2.-/min. Spieldauer
Musikkassettenüberspielungen für Privatkunden
einfache Ueberspielung: sFr. 25.-/MC exkl. backup DVD’s, Preis DVD sFr.
4.-/Stk. DVD
Optionen nach Vereinbarung: Maximum sFr. 80.-/MC
Tonbandüberspielungen für Produzenten/Tonträgerindustrie
Grundpreis und Optionen s.o., zuzsätzlich Option Denoise Editing zu sFr.
80.-/Std nach Vereinbarung
Optinon hochauflösender Audio-Daten auf DVD: sFr. 4.-/Stk. DVD (ist
dringend empfohlen)
Wahrung der
Privatsphäre
Tonbänder mit privatem Inhalt werden lediglich zur technischen Kontrolle
abgehört und sind für Dritte unzugänglich. Die
Vertraulichkeit ist garantiert.
Anlieferung und
Zustellung
ARTCLASSIC rät vom Versand wertvoller Tonbänder ab und übernimmt für
Versandschäden keine Haftung. Die persönliche
Uebergabe ist in jedem Falle vorzuziehen. Kann ein Versand dennoch nicht
vermieden werden, so ist die Sendung als für
Magnetfelder empfindlich gut sichtbar zu kennzeichnen und entsprechend zu
versichern. Versand -sowie Abhol -und
Transportspesen sind in obenstehenden Preisen nicht enthalten.
*diese Aussage bezieht sich ausdrücklich nur auf getestete software.
10.10.2009, ARTCLASSIC/gh
Studio ARTCLASSIC, Gerald hahnefeld, Brüggbühlstrasse 57, 3172
Niederwangen, www.artclassic.ch
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